29. Juni 2009

Interview mit Magnus Carlsen

In vier Tagen beginnt das Sparkassen Chess-Meeting 2009. Neben Wladimir Kramnik startet Magnus Carlsen als Favorit beim prestigeträchtigsten Großmeisterturnier Deutschlands. Obwohl der Norweger erst 18 Jahre alt ist, gehört er zu den besten Spielern der Welt, was durch seine Weltranglistenposition, Nr. 3, deutlich wird. Bei den Schachfans ist der in der Öffentlichkeit noch etwas zurückhaltende Carlsen wegen seines kompromisslosen Spiels sehr beliebt. Eine Umfrage auf der offiziellen Turnierseite zeigt, dass sie ihm den Erfolg in Dortmund auch zutrauen. Mehr als 50% der User glauben, dass er das Kategorie 20-Turnier für sich entscheiden wird. Dass er eine bessere Platzierung als 2005 erreichen wird, damals belegte er unter acht Teilnehmern Platz sechs, zweifelt kaum einer an. Im Vorfeld des Sparkassen Chess-Meetings gab er ausführlich Auskunft über seine Person.


Magnus Carlsen bei den Chess Classic Mainz 2008

Wie alt sind und wo leben Sie?
Ich bin 18 Jahre alt und lebe in Lommedalen, eine Stadt etwas außerhalb von Oslo in Norwegen.

Wann haben Sie angefagen Schach zu spielen und wer hat es Ihnen beigebracht?
Mein Vater brachte mir die Regeln bei als ich fünf war, aber ich spielte bis zu meinem achten Lebensjahr nicht viel.

Wann haben Sie sich entschlossen Schachprofi zu werden?

Diesen Frühling beende ich meine Schulausbildung und plane danach Vollzeitprofi zu werden, sozusagen mit dem Beginn des Sparkassen Chess-Meetings!

Welcher war bislang Ihr größter Erfolg?
Das Gefühl von Erfolg ist eng verknüpft mit Erwartungen und ich habe viele gute Erinnerungen an frühe Turniere. Objektiv betrachtet waren aber mein Co-Sieg in Wijk aan Zee 2008 und mein alleiniger Turniersieg in Foros 2008 meine größten Erfolge.

Haben Sie einen Trainer und wieviele Stunden trainieren Sie täglich?
Großmeister Simen Agdestein ist der Trainer in der Schule für Top Athleten. Ich reise durchschnittlich ungefähr 200 Tage im Jahr und ich verbringe täglich sehr viele Stunden mit Schach. Allerdings habe ich kein festes Trainingsprogramm.

Wie würden Sie Ihren Schachstil beschreiben?
Ich denke, dass ich die Beurteilung darüber anderen überlassen sollte. Ich versuche mich kontinuierlich auf allen Gebieten dieses Spiels zu verbessern. Vielleicht kann ich in einigen Jahren besser auf diese Frage antworten.

Bitte beschreiben Sie ihr tägliches Leben abseits vom Schachspiel!
Es ist wahrscheinlich nicht anders, als das anderer junger Menschen. Wenn ich zu Hause bin, gehe ich zur Schule und verbringe viel Zeit mit Freunden, im Internet, schaue Sport oder Filme im Fernsehen, spiele Fußball usw.

Das ist Ihre zweite Teilnahme in Dortmund. Mit welchen Erwartungen gehen Sie ins Turnier?

Ich freue mich nach Dortmund zurückzukehren und hoffe, dass ich in guter Form bin, um gut Schach zu spielen. Da ich meine schachlichen Fähigkeiten seit meiner ersten Teilnahme im Jahr 2007 verbessert habe, ist es offensichtlich, dass ich dieses Mal höhere Ziele anstrebe.

Welches Ziel haben Sie sich als Schachprofi gesetzt?
Ich plane einige weitere Jahre als Schachprofi tätig zu sein. Ich werde versuchen mich in allen Aspekten des Spiels zu verbessern, um mein kompletes Potential als Schachspieler auszuschöpfen. Da ich schon in jungen Jahren in die Weltspitze gelangt bin, hoffe ich natürlich zu einem bestimmten Zeitpunkt die Nr. 1 zu werden.

Wie schätzen Sie Ihre Chancen ein, sich für den nächsten WM-Zyklus zu qualifizieren?
Nachdem ich vom FIDE Grand Prix wegen der skandalösen Änderungen zurückgetreten bin, versuche ich nicht an den WM-Zyklus zu denken. Um meine Chancen besser einschätzen zu können, müsste man die Besonderheiten des kommenden WM-Zyklus besser kennen. Aus meiner Sicht scheinen das Format, die Regeln und die Organisation ein komplettes Durcheinander zu sein.



 

 
20. Juni 2009

Helmut-Kohls-Turnier

Im Rahmen des Sparkassen Chess-Meetings 2009 findet zum zweiten Mal das nach dem früheren Vorstandsvorsitzenden der Stadtsparkassen Dortmund, Helmut Kohls, benannte IM-Turnier statt. Helmut Kohls förderte im Verbund mit der Dortmunder Schachschule über viele Jahre das Jugendschach in der Reviermetropole. Folgerichtig befindet sich bei der diesjährigen Auflage unter den zehn Teilnehmern das Dortmunder Ausnahmetalent Patrick Zelbel (Jahrgang 93). Patrick gewann bei der deutschen Jugendeinzelmeisterschaft 2009 den Titel in der U 16 und wird sich in Dortmund auf der Jagd nach einer begehrten IM-Norm begeben. Ein weiterer Teilnehmer, der besondere Beachtung verdient, ist der 22-jährige Thomas Fiebig, der kürzlich Deutscher Pokaleinzelmeister wurde. Das IM-Turnier wird vom 2. bis 12. Juli parallel zum Sparkassen Chess-Meeting im Theater der Stadt Dortmund durchgeführt. Weitere Informationen entnehmen sie bitte der Turnierseite.

Pressemitteilung über Patrick Zelbel

 
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