World Chess Challenge 2006 Wladimir Kramnik gegen Deep Fritz PDF Drucken E-Mail

25. November bis 5. Dezember 2006
Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland

Mit der World Chess Challenge fand zum Ende des Jahres 2006 ein Schach-Event der absoluten Spitzenklasse statt: Weltmeister Wladimir Kramnik (Russland) und der weltweit führende Schachcomputer Deep Fritz (Deutschland) traten zum Duell „Mensch gegen Maschine“ an. Der Wettkampf wurde unter der Schirmherrschaft von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn ausgetragen. Die World Chess Challenge wurde von der RAG Aktiengesellschaft als Exklusivsponsor unterstützt. Die Universal Event Promotion GmbH war Veranstalter und Organisator des Events.


Dr. Werner Müller, Wladimir Kramnik, Peer Steinbrück  (copyright Dagobert Kohlmeyer)

Das Duell
Der Geschichte faszinierender Schach-Duelle zwischen menschlicher und künstlicher Intelligenz konnte mit der World Chess Challenge nun ein weiteres, mit großer Vorfreude erwartetes Kapitel folgen. Nach all den Jahren der technischen Weiterentwicklung stellte sich die spannende Frage: Kann der Mensch, in Person des amtierenden Weltmeisters Wladimir Kramnik, der Maschine nun noch etwas entgegensetzen? Deep Fritz, der acht bis zehn Millionen Stellungen pro Sekunde berechnet, galt jedenfalls als der klare Favorit. Am 25. November um 15 Uhr war es im Forum der Bundeskunsthalle soweit: Dr. Werner Müller, Vorstandsvorsitzender des Exklusivsponsors RAG Aktiengesellschaft sowie Bundesfinanzminister Peer Steinbrück, Schirmherr der World Chess Challenge, nahmen im Beisein von Kirsan Ilyumzhinov, Präsident des Weltschachverbandes FIDE, den Eröffnungszug vor. Kramnik zeigte sich für den Wettkampf gut vorbereitet und brachte Deep Fritz mit druckvollem Spiel in Bedrängnis. Die beiden Kontrahenten kämpften schließlich bis zum letzten Bauern. Ein spannendes Remis zum Auftakt. Auch in der zweiten Partie kontrollierte der russische Weltmeister die strategische Stellung hervorragend und erarbeitete sich durch präzises Spiel Vorteile. Doch dann fand die Partie durch einen kapitalen Fehler Kramniks ein jähes Ende: Nach einem „Blackout“ des Russen setzte die Maschine ihren Gegner augenblicklich matt. Kramnik zeigte sich von seinem Fauxpas jedoch schnell erholt und bewies bereits in der dritten Partie, in der sich die Kontrahenten ebenso den Punkt teilten wie in der vierten und fünften Runde, wieder gewohnte Nervenstärke. In der sechsten und letzten Partie ging Kramnik volles Risiko und spielte auf Sieg, um den Wettkampf noch auszugleichen. Der Mut des Weltmeisters wurde nicht belohnt, und Deep Fritz brachte ihm die zweite Niederlage bei. Trotz der 2:4-Niederlage hat sich Kramnik nach Einschätzung aller Experten sehr achtbar geschlagen und bewiesen, dass er gegen die große Rechenkraft des Computers durchaus mithalten kann.   


Peer Steinbrücks Eröffnungszug  (copyright Dagobert Kohlmeyer)

Die Präsentation
Im Forum der Bundeskunsthalle erlebten die Besucher das Schach-Duell hautnah und in ansprechendem Ambiente. Die Partien wurden live auf einer großen Projektionsfläche übertragen. Zudem konnten die Zuschauer über Kopfhörer die Live-Kommentare der Experten mitverfolgen. Für den deutschsprachigen Kommentar sorgten die Großmeister Helmut Pfleger, Klaus Bischoff und Artur Jussupow, für den englischen Großmeister Yasser Seirawan aus den USA. Die Partie und den Audio-Kommentar konnten Schachfans in aller Welt ebenfalls live im Internet erleben.

Die Besucherresonanz vor Ort war sehr erfreulich: An insgesamt drei Spieltagen war das Forum der Bundeskunsthalle ausverkauft. Beeindruckend war, wie sachkundig, fair und begeisterungsfähig sich das Publikum zeigte. Die Besucherzahlen im Internet haben alle Erwartungen übertroffen. Allein auf der offiziellen Veranstaltungshomepage verfolgten insgesamt rund zwei Millionen Menschen die Partien. Zudem sorgten weitere große Internet-Plattformen für eine Live-Übertragung, so dass davon ausgegangen werden kann, dass über zehn Millionen Menschen weltweit die Partien live mitverfolgt haben.  
 


Wladimir Kramnik und Mathias Feist Chessbase  (copyright Dagobert Kohlmeyer)

Das Medien-Event 
Der Wettkampf zwischen Weltmeister Wladimir Kramnik und dem Schachcomputer Deep Fritz wurde zum Topthema in den Medien. Nie zuvor hat eine Schach-Veranstaltung, die in Deutschland ausgetragen wurde, ein vergleichbar großes und positives Medieninteresse erfahren wie die World Chess Challenge 2006. Große Printmedien, Nachrichtenagenturen, TV- und Radiosender sowie Internet-Portale berichteten vom Duell „Mensch gegen Maschine“.

Insgesamt waren 208 akkreditierte Journalisten aus dem In- und Ausland live vor Ort und sorgten für eine umfangreiche Berichterstattung. Große Fernsehsender, darunter ARD und ZDF, begleiteten den Wettkampf. Die World Chess Challenge wurde zum Thema in Nachrichtenmagazinen wie den ARD Tagesthemen. Aber auch in populären Entertainment-Sendungen wie „Dittsche“ (WDR) oder „TV total“ (Pro Sieben) rückte das Mensch-gegen-Maschine-Spektakel in den Blickpunkt. Ein WDR-Fernsehteam begleitete die Protagonisten schon während der Vorbereitung und war über den gesamten Wettkampfzeitraum vor Ort. Der Schach-Dokumentarfilm über 30 Minuten wurde wenige Tage nach der Veranstaltung ausgestrahlt. Korrespondenten großer Nachrichtenagenturen wie dpa, Associated Press oder Reuters TV sorgten für weltweite Berichterstattung. Zahlreiche Radiostationen aus dem In- und Ausland sendeten über die aktuelle Berichterstattung hinaus ausführliche Reportagen und Interviews. 

Das Medienecho in den Printmedien war enorm. Große Publikationen berichteten ausführlich über den Wettkampf. Vertreten waren dabei unterschiedliche Genres: die Tagespresse wie „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ oder „Süddeutsche Zeitung“, Nachrichtenmagazine wie „Spiegel“ oder „Stern“ ebenso wie die „Bild am Sonntag“. Bemerkenswert war die Vielseitigkeit der Berichterstattung: Viele Autoren beleuchteten ganz unterschiedliche Aspekte der Veranstaltung. Der Wettkampf wurde demzufolge auch in verschiedenen Ressorts zum Thema: Sport oder Feuilleton ebenso wie Wirtschaft, Wissenschaft oder Technik.   

Die Partien  

Kramnik – Deep Frit
z
1. Partie, 25.11.2006
1. d4 Nf6 2. c4 e6 3. g3 d5 4. Bg2 dxc4 5. Qa4+ Nbd7 6. Qxc4 a6 7. Qd3 c5 8.
dxc5 Bxc5 9. Nf3 O-O 10. O-O Qe7 11. Nc3 b6 12. Ne4 Nxe4 13. Qxe4 Nf6 14. Qh4
Bb7 15. Bg5 Rfd8 16. Bxf6 Qxf6 17. Qxf6 gxf6 18. Rfd1 Kf8 19. Ne1 Bxg2 20. Kxg2
f5 21. Rxd8+ Rxd8 22. Nd3 Bd4 23. Rc1 e5 24. Rc2 Rd5 25. Nb4 Rb5 26. Nxa6 Rxb2
27. Rxb2 Bxb2 28. Nb4 Kg7 29. Nd5 Bd4 30. a4 Bc5 31. h3 f6 32. f3 Kg6 33. e4 h5
34. g4 hxg4 35. hxg4 fxe4 36. fxe4 Kg5 37. Kf3 Kg6 38. Ke2 Kg5 39. Kd3 Bg1 40.
Kc4 Bf2 41. Kb5 Kxg4 42. Nxf6+ Kf3 43. Kc6 Bh4 44. Nd7 Kxe4 45. Kxb6 Bf2+ 46.
Kc6 Be1 47. Nxe5 1/2-1/2

Deep Fritz – Kramnik
2. Partie, 27.11.2006 
1. d4 d5 2. c4 dxc4 3. e4 b5 4. a4 c6 5. Nc3 b4 6. Na2 Nf6 7. e5 Nd5 8. Bxc4 e6
9. Nf3 a5 10. Bg5 Qb6 11. Nc1 Ba6 12. Qe2 h6 13. Be3 Bxc4 14. Qxc4 Nd7 15. Nb3
Be7 16. Rc1 O-O 17. O-O Rfc8 18. Qe2 c5 19. Nfd2 Qc6 20. Qh5 Qxa4 21. Nxc5 Nxc5
22. dxc5 Nxe3 23. fxe3 Bxc5 24. Qxf7+ Kh8 25. Qf3 Rf8 26. Qe4 Qd7 27. Nb3 Bb6
28. Rfd1 Qf7 29. Rf1 Qa7 30. Rxf8+ Rxf8 31. Nd4 a4 32. Nxe6 Bxe3+ 33. Kh1 Bxc1
34. Nxf8 Qe3 35. Qh7# 1-0

Kramnik – Deep Fritz
3. Partie, 29.11.2006 
1. d4 Nf6 2. c4 e6 3. g3 d5 4. Bg2 dxc4 5. Qa4+ Nbd7 6. Qxc4 a6 7. Qc2 c5 8.
Nf3 b6 9. Ne5 Nd5 10. Nc3 Bb7 11. Nxd5 Bxd5 12. Bxd5 exd5 13. O-O Nxe5 14. dxe5
Qc8 15. Rd1 Qe6 16. Qd3 Be7 17. Qxd5 Rd8 18. Qb3 Rxd1+ 19. Qxd1 O-O 20. Qb3 c4
21. Qc3 f6 22. b3 Rc8 23. Bb2 b5 24. Qe3 fxe5 25. bxc4 Rxc4 26. Bxe5 h6 27. Rd1
Rc2 28. Qb3 Qxb3 29. axb3 Rxe2 30. Bd6 Bf6 31. Bc5 a5 32. Bd4 Be7 33. Bc3 a4
34. bxa4 bxa4 35. Rd7 Bf8 36. Rd8 Kf7 37. Ra8 a3 38. Rxf8+ Kxf8 39. Bb4+ Kf7
40. Bxa3 Ra2 41. Bc5 g6 42. h4 Kf6 43. Be3 h5 44. Kg2 1/2-1/2

Deep Fritz – Kramnik
4. Partie, 01.12.2006 
1. e4 e5 2. Nf3 Nf6 3. d4 Nxe4 4. Bd3 d5 5. Nxe5 Nd7 6. Nxd7 Bxd7 7. O-O Bd6 8.
Qh5 Qf6 9. Nc3 Qxd4 10. Nxd5 Bc6 11. Ne3 g6 12. Qh3 Ng5 13. Qg4 Qf4 14. Qxf4
Bxf4 15. Nc4 Ne6 16. Bxf4 Nxf4 17. Rfe1+ Kf8 18. Bf1 Bb5 19. a4 Ba6 20. b4 Bxc4
21. Bxc4 Rd8 22. Re4 Nh5 23. Rae1 Rd7 24. h3 Ng7 25. Re5 Nf5 26. Bb5 c6 27. Bd3
Nd6 28. g4 Kg7 29. f4 Rhd8 30. Kg2 Nc8 31. a5 Rd4 32. R5e4 Kf8 33. Kf3 h6 34.
Rxd4 Rxd4 35. Re4 Rd6 36. Ke3 g5 37. Rd4 Ke7 38. c4 Rxd4 39. Kxd4 gxf4 40. Ke4
Kf6 41. Kxf4 Ne7 42. Be4 b6 43. c5 bxc5 44. bxc5 Ng6+ 45. Ke3 Ne7 46. Kd4 Ke6
47. Bf3 f5 48. Bd1 Kf6 49. Bc2 fxg4 50. hxg4 Ke6 51. Bb1 Kf6 52. Be4 Ke6 53.
Bh1 Kf6 54. Bf3 Ke6 1/2-1/2

Kramnik – Deep Fritz
5. Partie, 03.12.2006
1. d4 Nf6 2. c4 e6 3. Nf3 d5 4. Nc3 Bb4 5. e3 O-O 6. a3 Bxc3+ 7. bxc3 c5 8. Bb2
Nc6 9. Rc1 Re8 10. Bd3 dxc4 11. Bxc4 e5 12. dxe5 Qxd1+ 13. Rxd1 Nxe5 14. Nxe5
Rxe5 15. Be2 Bd7 16. c4 Re7 17. h4 Ne4 18. h5 Ba4 19. Rd3 b5 20. cxb5 Bxb5 21.
Rd1 Bxe2 22. Kxe2 Rb8 23. Ba1 f5 24. Rd5 Rb3 25. Rxf5 Rxa3 26. Rb1 Re8 27. Rf4
Ra2+ 28. Ke1 h6 29. Rg4 g5 30. hxg6 Nxf2 31. Rh4 Rf8 32. Kf1 Nh3+ 33. Ke1 Nf2
34. Kf1 Nh3+ 35. Ke1 1/2-1/2

Deep Fritz – Kramnik
6. Partie, 05.12.2006
1. e4 c5 2. Nf3 d6 3. d4 cxd4 4. Nxd4 Nf6 5. Nc3 a6 6. Bc4 e6 7. O-O Be7 8. Bb3
Qc7 9. Re1 Nc6 10. Re3 O-O 11. Rg3 Kh8 12. Nxc6 bxc6 13. Qe2 a5 14. Bg5 Ba6 15.
Qf3 Rab8 16. Re1 c5 17. Bf4 Qb7 18. Bc1 Ng8 19. Nb1 Bf6 20. c3 g6 21. Na3 Qc6
22. Rh3 Bg7 23. Qg3 a4 24. Bc2 Rb6 25. e5 dxe5 26. Rxe5 Nf6 27. Qh4 Qb7 28.
Re1 h5 29. Rf3 Nh7 30. Qxa4 Qc6 31. Qxc6 Rxc6 32. Ba4 Rb6 33. b3 Kg8 34. c4 Rd8
35. Nb5 Bb7 36. Rfe3 Bh6 37. Re5 Bxc1 38. Rxc1 Rc6 39. Nc3 Rc7 40. Bb5 Nf8 41.
Na4 Rdc8 42. Rd1 Kg7 43. Rd6 f6 44. Re2 e5 45. Red2 g5 46. Nb6 Rb8 47. a4 1-0