18. Mai 2009

Interview mit Peter Leko

Peter Leko gehört seit über zehn Jahren zur Weltspitze des Schachs. Beim Sparkassen Chess-Meeting in Dortmund ist er der Rekordteilnehmer und startet bei der diesjährigen Auflage als Titelverteidiger. Mit der Reviermetropole verbindet der Großmeister nicht nur schachliche Erfolge sondern auch privates Glück. Im Vorfeld des bedeutendsten Großmeisterturniers Deutschlands gibt der sympathische Ungar ausführlich Auskunft über seine Person.


Peter Leko beim Sparkassen Chess-Meeting 2008

Wie alt sind und wo leben Sie?
Ich bin gerade mal 29 Jahre alt, auch wenn es den Anschein erweckt, als ob ich schon seit Jahrzehnten in der Schachszene unterwegs bin. Ich bin in Subotica (Serbien) geboren, aber wir zogen nach Szeged (Ungarn) um, als ich ein Jahr alt war.

Wann haben Sie angefangen Schach zu spielen und wer hat es Ihnen beigebracht?
Mein Vater brachte es mir während eines Sommerurlaubs kurz vor meinem siebten Geburtstag bei.


Wann haben Sie sich entschieden Schachprofi zu werden?
Mein Talent wurde sehr früh erkannt und danach war es ein natürlicher Prozess. Schon im Alter von elf Jahren war mir klar, dass ich in der Zukunft Schachprofi werde. Natürlich war es sehr hilfreich, als ich 1994 mit 14 Jahren der jüngste Großmeister der Welt wurde. Danach hatte ich keine Wahl, außer dem vorgegeben Pfad zu folgen.

Haben Sie einen Trainer und wie viele Stunden trainieren Sie täglich?
Ich hatte sehr viele Trainer während meiner Karriere, denen ich sehr dankbar bin. Seit acht Jahren arbeite ich konstant mit Arschak Petrosjan zusammen. Seit diesem Jahr begann ich außerdem eine professionelle Zusammenarbeit mit dem deutschen Großmeister Jan Gustafsson, der mir sehr behilflich ist mein Eröffnungsrepertoire mit neuen Ideen zu bereichern.
Ich kann die tägliche Stundenanzahl, die ich für das Training aufwende, nicht beziffern, da sie variiert. Während intensiver Trainingssitzungen können es locker zehn bis zwölf Stunden sein. Aber sobald man Schach auf dem höchsten Niveau spielt, ist das Spiel die ganze Zeit in deinem Geist, es wird ein Teil von dir.

Wie würden Sie Ihren Schachstil beschreiben?
Generell würde ich jeden Top Spieler als universell beschreiben. Auf der anderen Seite hat jeder von uns seinen eigenen Stil, der vielleicht vom jeweiligen Charakter abhängt. Ich liebe es ein „klares“ Schach zu spielen und ich bin definitiv nicht der Typ, der unnötige Risiken in Kauf nimmt. Ich glaube an der Logik des Spiels und versuche nicht etwaige Nervenschwächen meiner Gegner auszunutzen. Mein bevorzugter Sieg ist, wenn es nicht deutlich wird, an welcher Stelle mein Gegner überhaupt einen Fehler gemacht hat. Unglücklicherweise sind solche Siege heutzutage auf höchstem Niveau selten zu erzielen.


Welcher Erfolg war bisher Ihr größter in Ihrer Karriere?
Die Top Turniere wie Wijk aan Zee, Linares, Tal-Memorial und drei Mal Dortmund zu gewinnen, war etwas Besonderes. Aber ohne Zweifel war mein Sieg beim Kandidatenturnier in Dortmund 2002, der mir das Recht gab gegen den Weltmeister anzutreten, mein bisher wichtigster. Der Weltmeisterschaftskampf gegen Wladimir Kramnik war eine sehr harte Herausforderung. Ich stand kurz davor das Match zu gewinnen, aber am Ende reichte meinem Gegner ein 7 zu 7.

Welches Ziel haben Sie noch als Schachprofi?
Ich bin seit zehn Jahren ein Top Ten-Spieler. Zur Zeit habe ich nur ein Ziel: Sehr hart an meinem Schach zu arbeiten! Ich glaube, dass ich, wenn ich einen Schritt in die richtige Richtung mache, bereit sein werde neue Ziele definieren zu können.


Sie sind der Spieler mit den meisten Teilnahmen in Dortmund. Hegen Sie besondere Gefühle, wenn Sie hier spielen?

Natürlich. Man darf Dortmund als meine zweite Heimat betrachten. Ich war sehr häufig hier, nicht nur um Schach zu spielen. Ich lernte meine Frau Sofia während des Turniers 1999 kennen. Das war ein sehr schöner Moment. Durch meinen Turniersieg damals gelang mir zum ersten Mal der Sprung in die Top Ten und ich traf meine große Liebe zur gleichen Zeit. Und man darf nicht vergessen, dass mein Manager Carsten Hensel aus Dortmund stammt. Ich kenne ihn seit 1991 und er war immer ein guter Freund, schon bevor wir unsere professionelle Zusammenarbeit im Jahr 1999 begannen.


Wie schätzen Sie Ihre Chancen ein, sich für den kommenden Weltmeisterschaftszyklus zu qualifizieren?
Ich denke, dass ich genau wie einige andere Spieler gute Chancen habe, aber ich möchte nicht versuchen etwas vorherzusagen. Für mich ist es viel wichtiger mein Spiel zu verbessern. Falls ich in der Lage bin mich zu verbessern, wird der Erfolg von alleine kommen, auch die Qualifikation für den nächsten Zyklus.


 
13. Mai 2009

Verhandlungen mit FIDE gescheitert

Die Verhandlungen über die Austragung des Weltmeisterschaftszyklus 2010-2011 (Kandidatenturnier 2010 und WM-Match 2011) zwischen Universal Event Promotion (UEP) und dem Weltschachverband (FIDE) sind gescheitert.

Die Parteien konnten wegen unterschiedlicher Vorstellungen im Zusammenhang mit Fragen der Organisationshoheit sowie im Bereich der kommerziellen Rechte keine Einigung erzielen. Erschwerend kam hinzu, dass die finanziellen Vorstellungen der FIDE über die Ausschreibungskriterien hinaus gingen.

UEP, einziger Bewerber im Rahmen des vorausgegangenen Ausschreibungsverfahrens, ist der Auffassung, dass unter diesen Umständen eine dauerhaft erfolgreiche Vermarktung der Schach-Weltmeisterschaft fragwürdig ist.

Das Ende der Verhandlungen erfolgte in beiderseitigem Einvernehmen.

 
11. Mai 2009

Interview mit Wladimir Kramnik

Der dreifache Schachweltmeister Wladimir Kramnik ist mit acht Siegen der Rekordgewinner des Sparkassen Chess-Meeting in Dortmund. Beim bedeutendsten Großmeisterturnier Deutschlands nimmt der Russe auch 2009 wieder teil und möchte mit einem weiteren Erfolg seine Vormachtstellung in der Reviermetropole behaupten. Nach seiner Niederlage bei der Schachweltmeisterschaft 2008 in Bonn gegen Viswanathan Anand gönnte sich Kramnik eine längere Turnierpause, die mit Dortmund ihr Ende findet. Bei den hochkarätigen Schnellschach-Events in Nizza und beim Match Aserbaidschan gegen den Rest der Welt zeigte sich der Russe schon in bestechender Form. Beim Amber Chess Tournament belegte er zusammen mit Viswanathan Anand den geteilten zweiten Platz und beim deutlichen Sieg gegen Aserbaidschan war er mit 6,5 Punkten aus acht Partien der erfolgreichste Spieler der gesamten Veranstaltung. Im Vorfeld des Sparkassen Chess-Meetings gab Wladimir Kramnik Auskunft über seine Person.


Wladimir Kramnik bei der Schachweltmeisterschaft in Bonn 2008

Wie alt sind und wo leben Sie?
Ich bin am 25. Juni 1975 geboren und lebe zur Zeit in Paris.

Wann haben Sie angefangen Schach zu spielen und wer hat es Ihnen beigebracht?
Ich habe Schach im Alter von vier Jahren gelernt. Mein Vater brachte es mir bei.


Wann haben Sie sich entschieden Schachprofi zu werden?

Ich war es schon immer!


Haben Sie einen Trainer und wie viele Stunden arbeiten Sie täglich?
Ich habe keinen Trainer zur Zeit. Ich arbeite durchschnittlich ungefähr sechs Stunden am Tag.

Wie würden Sie Ihren Schachstil beschreiben?
Aktiv-positionell.

Welcher war der schönste Moment in Ihrer Schachkarriere?
Im Jahr 2000, nachdem ich Garri Kasparow im Kampf um die Weltmeisterschaft schlug.

Mit welchen Erwartungen gehen Sie in das Sparkassen Chess-Meeting 2009?
Ich möchte versuchen, das Turnier zu gewinnen.

Spüren Sie nach den vielen Jahren als erfolgreicher Schachprofi einen Motivationsverlust, weiter an Ihrer Spielstärke zu arbeiten?
Überhaupt nicht, ich bin nicht weniger motiviert als zuvor.

Welches Ziel haben Sie noch als Schachprofi?
Ich sehe meine Karriere noch nicht als beendet an. Mein Ziel ist es wieder, um die Schachweltmeisterschaft zu kämpfen.

Wie schätzen Sie Ihre Chancen ein, wieder um die Weltmeisterschaft zu kämpfen?
Ich bin überzeugt, dass ich gute Chancen habe wieder um die Krone zu spielen. Zumindest sehe ich mich nicht in einer schlechteren Position als andere Spieler.

 
04. Mai 2009

Auslosung Sparkassen Chess-Meeting 2009

Vom 2. bis 12. Juli 2009 findet die 37. Auflage der Internationalen Dortmunder Schachtage statt. Am 30. April wurde in den Räumen der Sparkasse Dortmund - dem Titelsponsor des Sparkassen Chess-Meetings - im Rahmen der Auftaktpressekonferenz die Auslosung für das Großmeisterturnier durchgeführt. Der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Dortmund Uwe Samulewicz zog, assistiert von der Bürgemeisterin Birgit Jörder, die Namen der sechs Spieler aus dem Lostopf, die beim bedeutendsten deutschen Großmeisterturnier teilnehmen werden.


von links nach rechts: Uwe Samulewicz, Birgit Jörder, Turnierdirektor Stefan Koth,
WDR-Mann, Veranstaltungsleiter Gerd Kolbe

Die Auslosung der Teilnehmer ergab folgenden Spielplan.

Das Sparkassen Chess-Meeting erreicht dieses Jahr die Turnierkategorie 20 und ist damit eines der bestbesetzten Turniere weltweit. Neben dem Großmeisterturnier finden auch ein offenes Turnier und das Helmut-Kohls-Turnier (IM-Turnier mit 10 Teilnehmern) statt.

Ausschreibung Sparkassen-Open A und B

Eintrittskarten / Kartenvorverkauf

Tageskarte: 6 Euro (ermäßigt: 4 Euro)
Dauerkarte: 35 Euro
Kartenvorverkauf: Kulturinfoshop im Karstadthaus, Kampstr. 1, 44137 Dortmund.
Tel.: 0231/5027710. Fax: 0231/5027740. www.dortmund.de/kis

Weitere Informationen über das Sparkassen Chess-Meeting 2009 entnehmen Sie bitte der offiziellen Turnierseite.




 
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