Im Rahmen des Sparkassen Chess-Meetings 2009 findet zum zweiten Mal das nach dem früheren Vorstandsvorsitzenden der Stadtsparkassen Dortmund, Helmut Kohls, benannte IM-Turnier statt. Helmut Kohls förderte im Verbund mit der Dortmunder Schachschule über viele Jahre das Jugendschach in der Reviermetropole. Folgerichtig befindet sich bei der diesjährigen Auflage unter den zehn Teilnehmern das Dortmunder Ausnahmetalent Patrick Zelbel (Jahrgang 93). Patrick gewann bei der deutschen Jugendeinzelmeisterschaft 2009 den Titel in der U 16 und wird sich in Dortmund auf der Jagd nach einer begehrten IM-Norm begeben. Ein weiterer Teilnehmer, der besondere Beachtung verdient, ist der 22-jährige Thomas Fiebig, der kürzlich Deutscher Pokaleinzelmeister wurde. Das IM-Turnier wird vom 2. bis 12. Juli parallel zum Sparkassen Chess-Meeting im Theater der Stadt Dortmund durchgeführt. Weitere Informationen entnehmen sie bitte der Turnierseite.
Im Rahmen des Sparkassen Chess-Meetings 2009 findet vom 4. bis 12. Juli traditionell ein offenes Schachturnier statt, das in einer A- und B-Gruppe aufgeteilt ist. In der A-Gruppe werden die Großmeister Oganes Danielian, Andrey Orlov, Mihail Saltaev, Karel van der Weide, Lev Gutman und Tigran Nalbandian starten, womit die Möglichkeit eine Norm zu erzielen, ermöglicht wird. Aus deutscher Sicht darf man auf das Abschneiden des Mülheimer Bundesligaspielers Daniel Hausrath und der Nationalspielerin Sarah Hoolt gespannt sein. Im Startgeld für das Open ist der freie Eintritt beim Großmeisterturnier enthalten. Anmeldungen werden unter
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entgegengenommen. Alle weiteren Informationen entnehmen sie bitte der Ausschreibung.
15. Juni 2009
Interview mit Arkadij Naiditsch
Arkadij Naiditsch ist vielleicht der unberechenbarste Spieler, der beim Sparkassen Chess-Meeting 2009 teilnehmen wird. Durch seinen angriffslustigen Spielstil ist er jederzeit in der Lage einen Top Großmeister zu schlagen. 2003 gewann der Dortmunder als erster deutscher Spieler überhaupt sensationell das Sparkassen Chess-Meeting. Mittlerweile hat die deutsche Nr. 1 die Elo-Marke von 2700 erreicht. Damit zählt er nicht nur zum erweiterten Kreis der Weltspitze, sondern wird auch von der Weltelite als starker Konkurrent ernst genommen. Arkadij Naiditsch lebt in Dortmund und dementsprechend freuen sich seine zahreichen hiesigen Fans auf die Partien des Lokalmatadors. Im Vorfeld des in gut zwei Wochen beginnenden Großmeisterturniers in Dortmund gab er im Interview Auskunft über seine Person.
Arkadij Naiditsch beim Sparkassen Chess-Meeting 2008
Wie alt sind Sie und wo leben Sie? Ich bin 23 Jahre alt und lebe in Dortmund.
Wann haben Sie angefangen Schach zu spielen und wer hat es Ihnen beigebracht? Mit Schach habe ich angefangen, als ich etwa fünf Jahre alt war. Ich ging in eine ganz normale Schachschule in Riga.
Wann haben Sie sich entschlossen, Schachprofi zu werden? Als ich etwa 18 war.
Haben Sie einen Trainer und wie viele Stunden trainieren Sie täglich? Ich trainiere zusammen mit Etienne Bacrot. Die täglichen Stunden sind unterschiedlich.
Wie würden Sie Ihren Schachstil beschreiben? Ich denke, dass ich ein offenes Schach spiele, eher nach vorne.
Welcher war bislang Ihr größter Erfolg? Mein Sieg beim Superturnier in Dortmund 2005.
Seit 2003 sind Sie ununterbrochen in Dortmund dabei, mit welchen Erwartungen gehen sie in das diesjährige Turnier? In der Tat ist das schon meine siebte Teilnahme bei diesem Superturnier. Bestimmte Erwartungen habe ich grundsätzlich nicht, ich versuche gutes Schach zu spielen und freue mich, wenn es mir gelingt. Natürlich will ich in der vorderen Tabellenhälfte landen, aber mein Hauptziel ist es nicht.
Sie haben seit April 2009 als erster deutscher Spieler überhaupt eine Elo von 2700 erreicht und befinden sich auf Platz 31 der Weltrangliste. Hoffen Sie nun regelmäßig Einladungen zu Super-Turnieren wie Dortmund zu erhalten? Eine große Hoffnung habe ich nicht. Als ich 2005 in Dortmund gewann, erhielt ich auch keine Einladungen. Ich befinde mich jetzt auf dem Weltranglistenplatz 31 und werde versuchen mich zu verbessern, vielleicht klappt es dann. Vor Dortmund werde ich noch eim Großmeisterturnier in Poikowsky (Elo-Durchschnitt etwa 2700) mitspielen.
Welches Ziel haben Sie sich als Schachprofi gesetzt? Mich unter den Top Ten der Welt zu platzieren.
Wie schätzen Sie ihre Chancen ein, sich für den nächsten WM-Zyklus zu qualifizieren? Da ich beim Fide Grand Prix nicht teilnehme, bleibt mir nur der Weltcup. Die Chancen sind nicht groß bei so einen K.O Turnier. Man muss in ein bis zwei Matches Glück haben, um überhaupt eine ernsthafte Chance zu erhalten.
08. Juni 2009
Interview mit Dimitri Jakowenko
Dimitri Jakowenko ist nach Wladimir Kramnik aktuell die Nr. 2 im russischen Schach. In den letzten Jahren steigerte sich der 25-jährige Mann aus Moskau kontinuierlich und hat sich in der Weltspitze etabliert. Grund genug für die Organisatoren des Sparkassen Chess-Meetings ihn nach Dortmund einzuladen. Bei seiner ersten Teilnahme am bedeutendsten Großmeister-Turnier Deutschlands trauen ihm die wenigsten einen Erfolg zu, was aber weniger an seiner Spielstärke als vielmehr an der Tatsache liegen dürfte, dass er mit Einladungen zu Super-Turnieren nicht gerade überhäuft wurde. Im Vorfeld des Sparkassen Chess-Meetings äußert sich Jakowenko dementsprechend zurückhaltend.
Dimitri Jakowenko im Einsatz für seinen Klub SV Mülheim Nord in der Schachbundesliga
Wie alt sind und wo leben Sie? Kurz vor Beginn des Turniers werde ich 26 Jahre alt. Meistens lebe ich in Moskau.
Wann haben Sie angefangen Schach zu spielen und wer hat es Ihnen beigebracht? Mein Vater brachte mir Schach bei, als ich ungefähr drei Jahre alt war.
Wann haben Sie sich entschlossen Schachprofi zu werden? Als ich 21 wurde und gleichzeitig die Universität abschloss.
Welcher war bislang Ihr größter Erfolg? Ich hatte einige wichtige Erfolge, es ist schwierig einen davon hervorzuheben. Wahrscheinlich ist es der geteilte erste Platz im Grand Prix Turnier von Elista.
Haben Sie einen Trainer und wieviele Stunden trainieren Sie täglich? Eigentlich trainiere ich Schach alleine und ich wünschte, ich würde mehr dafür tun.
Wie würden Sie Ihren Schachstil beschreiben? Heutzutage sind fast alle professionelle Schachspieler universell. Ihr Stil wird durch die Eröffnungen, die sie anwenden und durch ihre Ideen, die sie innerhalb dieser entwickeln, definiert.
Das ist ihre erste Teilnahme in Dortmund. Mit welchen Erwartungen gehen sie ins Turnier? Es ist das stärkste Turnier, an dem ich jemals teilgenommen habe. Ich bin sehr gespannt, wie ich mich in so einem Feld schlagen werde.
Sie befinden sich seit Oktober 2008 in der Top Ten der Weltrangliste, hoffen Sie nun regelmäßig Einladungen zu Super-Turnieren wie Dortmund zu erhalten? Natürlich. Aber zusammen mit den Einladungen hoffe ich angemessene Konditionen zu erhalten, relativ zu meiner Elo-Zahl. Dieses Jahr habe ich schon auf ein starkes Turnier verzichtet aus diesem Grund.
Welches Ziel haben Sie sich als Schachprofi gesetzt? Ich möchte so gut es geht meine Möglichkeiten ausschöpfen.
Wie schätzen Sie ihre Chancen ein, sich für den nächsten WM-Zyklus zu qualifizieren? Wenn sie das Kandidatenturnier meinen, mein Ziel ist es dabei zu sein. Was meine Chancen betrifft, so möchte ich keine Prognose wagen.